Überschuldung

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Helene Mueller
eCollect support team

Überschuldung kann verschieden definiert werden. Grundsätzlich ist damit gemeint, dass die Höhe der vorhandenen Schulden eine bestimmte Schwelle überschritten hat oder anders ausgedrückt: Die Höhe der Schulden ist so hoch, dass der Schuldner Zins- und Tilgungsleistungen nicht mehr erbringen kann, das heißt: Die Kapitaldienstfähigkeit ist nicht mehr gegeben.


Folgen von Überschuldung

Die Folgen von Überschuldung sind vielfältiger Art: Neben den familiären und sozialen Problemen bis hin zu psychischen Krisen und damit auch gesundheitlichen Problemen, die hieraus entstehen können, sind zunächst die finanziellen Folgen zu nennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner „ausfällt“, nimmt bei zunehmender Überschuldung zu. Im schlimmsten Fall führt Überschuldung zur Insolvenz. Dabei ist jedoch zu unterscheiden, ob es um eine Insolvenz von einem Unternehmen, einem Staat oder einem Privatmann geht. Hier geht es primär um die Überschuldung von Schuldner als Privat- oder Geschäftsleute.

Wie erkenne ich Überschuldung? Und/Oder: Was sind die Ursachen von Überschuldung?

Überschuldung ist nicht immer einfach zu erkennen. Ein wichtiger Aspekt hierfür ist die Sicht auf die Ursachen von Überschuldung. In der Literatur werden folgende Ursachen genannt: Vermögensverluste (zum Beispiel durch Kursverluste an den Börsen), Einnahmerückgänge (zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit oder – bei Unternehmen – wirtschaftliche Krisen) oder steigende Schulden. Man spricht hier von der sogenannten „Schuldenfalle“. Das heißt, Menschen geraten in Abhängigkeiten, möchten immer neue Waren konsumieren, sehen diese teilweise auch als Ersatzbefriedigung und der anderen Seite macht die Industrie diesen Konsum durch vermeintlich günstige „0-Prozent-Finanzierungen“ sehr einfach. Irgendwann kommen Mahnungen, Briefe werden nicht mehr geöffnet und dann beginnt ein Teufelskreis. Spätestens dann ist Überschuldung gegeben. Daraus kann man folgende Merkmale sowohl aus Sicht des Gläubigers als auch aus Sicht des Schuldners für Überschuldung ableiten: schleppende Zahlungen, ausstehende Forderungen, Tilgungsstreckungen, Zinsstreckungen, erhöhter Konsum, vermehrte Nutzung von Kreditkarten, Abhebungen am Geldautomaten über die Kreditkarte, Dispositionskredit wird immer stärker in Anspruch genommen, dauerhafte Umschuldungsnotwendigkeit von einem Dispositionskredit in einen Ratenkredit, Pfändungen. Dies sind einige der gängigsten Merkmale, um Überschuldung zu erkennen.

Wie reagiere ich, wenn ich Überschuldung erkenne – als Gläubiger und/oder als Schuldner?

Prävention ist in diesem Fall das Beste, das heißt, es gar nicht erst soweit kommen lassen und über eine Haushaltsbuchführung Transparenz bei den Einnahmen und Ausgaben verschaffen. Dabei ist es Aufgabe der Gesellschaft, für „finanzielle Allgemeinbildung“ zu sorgen. Dann kann Überschuldung gar nicht erst entstehen. Und im schlimmsten Fall wird dm Schuldner der Gang zur Schuldnerberatung empfohlen und vor allen Dingen sollte er den Kontakt mit dem Gläubiger suchen. Gleiches gilt dabei für den Gläubiger, auch er sollte versuchen, mit dem Schuldner eine Lösung zu finden. Denn eine Lösung „im Guten“ zu finden, ist immer besser, als im Inkassofall auf einen größeren Teil der Forderungen verzichten zu müssen.

Quellen & externe Links:

http://www.insolvenzrecht.info/insolvenzgruende/ueberschuldung.html
 

http://de.wikipedia.org/wiki/Überschuldung
 

http://www.geldundhaushalt.de/budgetanalyse/budgetanalyse.html
 

http://www.geldundhaushalt.de/Ratgeber/Budgetplanung-online/web-budgetplaner.html